Barcamps sind vom Ansatz her eher improvisierte Events als sauber durchorganisierte Veranstaltungen. Sowohl im Educamp als auch im CorporateLearningCamp ist manchmal noch ein Hauch von Improvisation zu spüren.

Erfrischend anders war die 1. BarCampNight in Nürnberg. Ich war etwas zu spät gekommen und schon der vierte Teilnehmer.
Die bereitgestellten Butterbrezeln lauerten auf Gäste und ich lauerte auf eine Breze um mich mit ihr die Zeit zu vertreiben. Das wird nichts, sagte ich der Brezel. Warts ab, erwiderte sie. Ich biß in sie hinein.

Als Kunde der Bundesbahn ist Warten für mich kein Problem. Bei der Bahn kommt auch irgendwann der Zug, hier kamen aus heiterem Himmel ca 20 Teilgeber, stellten sich vor, machten einen Sessionplan und fingen an.

Insgesamt waren es 3 Runden mit mehreren Sessions je Runde. Die Atmosphäre hatte etwas  von einem Barcamp im Wohnzimmer, sehr persönlich und direkt, unterhaltsam und interessant.

Speziell eine Session war ein Augenöffner für mich. Eine Frau, die als Recruiter in einem größeren Unternehmen tätig ist, klagte über den schwierigen Arbeitsmarkt. Ihr fehlten die Fachkräfte im IT-Bereich, einem anwesenden älteren Teilnehmer fehlte ein Job im Marketing Bereich.
Lern doch programmieren, als Autodidakt, eine Woche mit Youtube-Tutorials, dann hast du es drauf. So denkt die jüngere Generation. Der ältere Teilnehmer hat auch was gedacht, gesagt hat er nichts dazu.

Spannend auch ein Student, der gerade mit dem Studium fertig geworden ist. Er hatte ein Jobangebot von einem großen Konzern bekommen,  den Job jedoch in einem kleinen StartUp bevorzugt. Da konnte er sich einbringen, dort wäre er ein Rädchen unter tausenden von Rädchen gewesen.

Das junge Gras wächst über das alte Gras. So sieht Umbruch aus. Ziehen wir uns warm an und holen wir uns noch eine Brezel.

Nachtrag: Gestern war die 2. BarCampNight. Es waren noch weniger Teilgeber (8 Personen), es war noch improvisierter und noch charmanter. Wir saßen um einen Tisch, statt Bezeln gab es selbstgebackenen Lebkuchen mit Mandarinen und Apfelstückchen. Der Sessionsplan kam der Dynamik des Sessionablaufs kaum nach. Es tauchten neue Sessions aus dem Nichts auf, andere Sessions entwickelten ein unvorhersehbares Eigenleben, grad schee woars.