Digitale Nomaden

Mein Bruder war ein Abenteurer. Er fuhr in den 50iger Jahren mit seinem Auto nach Spanien, nach  Calella an der Costa Brava. Er berichtete von den vielen blutsaugenden Moskitos, dem Meer und von etwas namens Paella.

Ich selbst war auch ein Abenteurer, ich fuhr mit zwei Kumpels und einem VW nach Marokko, zu Skorpionen die es sich unter dem Zelt gemütlich machten, der böllernden Hitze und dem Gras, dass wir rauchen wollten.

Meine Schüler sprachen vor 10 Jahren von Malaysia, Südostasien, von Bolivien und Südafrika. Vom Urwald, dem Meer und den Treckingrouten durch den Himalaya. Die Welt wird immer kleiner.

Heutzutage arbeiten unsere Kinder in fremden Kulturen. Ein Praktikum in den Staaten, einige Jahre in China oder Japan, Entwicklungshilfe in Afrika, all das ist heutzutage selbverständlich.

Etwas weniger bekannt, aber rasch wachsend, ist die Gemeinde der digitalen Nomaden. Deren Arbeitsplatz besteht aus einem Rucksack, einem Mac, einer Wechselplatte und einem Smartphone. Der Arbeitsort liegt  an irgendeinem Strand in der Nähe des schönen Sonnenuntergangs. Man reist wie ein Nomade durch die Welt. Hauptsache man hat etwas zum Essen, zum Trinken, Elektrizität und ein gutes WLAN.

Tim Chimoy schreibt in seinem Blog ( https://www.citizencircle.de/einkuenfte-als-digitaler-nomade-august-2013/):

Voraussichtliche Stationen sind Dubai, Bangkok, Chiang Mai, Hanoi, Saigon, und Bali. Einige Stationen können sich aber noch ändern. In Hanoi werde ich einen Vortrag an einer Uni halten und in Bangkok werde ich eine Konferenz besuchen. Jemand von Euch in der Zeit auch vor Ort? Dann meldet Euch doch mal bei mir.

Die restlichen Stationen dienen vor allem zur Entspannung, um ein wenig in Ruhe zu arbeiten (z.B. aus dem Punspace) und um Dir dabei von unterwegs zu berichten.

Bei den Schilderungen schwappt ein Gefühl von Freiheit und Ungebundenheit herüber, mit  Bambushütten und ohne die Sicherheit eines festen Gehalts.
Gesteht man sich ein, dass es nicht immer nur schön ist, sondern dass es auch regnen kann, das WLAN nicht stabil ist und  Kakerlaken ein fester Bestandteil des  echten Nomadenlebens ist, dann kann das ein Lebensentwurf sein, der spannend und abenteuerlich ist.

Sehnt man sich aber nach kurzer Zeit nach Kleinsendelbach zurück, dann  gibt es sicher passendere Lebensentwürfe.

Wie auch immer, digitale Nomaden lieben ihre Lebensart. Andreas ist so eine Art Nomadenurgestein

 

 

und Susi eine Überzeugungstäterin.