Mitarbeiter aus Großkonzernen, KMUs, Universitäten und Freiberufler,  kurz – eine bunte Mischung von Menschen traf sich mit dem Ziel innerhalb von 2 Tagen ein Buch zu verfassen.
Zugegeben, es wurde ein „Büchlein“,  zugegeben, das Rohkonzept stand schon, zugegeben, ein bisschen kannte man sich schon vorher.

Und: Es war ein sehr bemerkenswertes Meeting.
Weniger bemerkenswert war es, dass man es schaffte 44 inhaltsreiche Seiten zum Thema „Lernen in Organisationen im digitalen Zeitalter“ zu verfassen. Weniger bemerkenswert war es auch, dass man es schaffte einen organisatorischen Rahmen herzustellen, in dem 30 Personen gemeinsam an einem Buch arbeiteten. Und weniger bemerkenswert war es , dass am Ende zwei fertig gebundene Exemplare gezeigt werden konnten. Erstaunlich war vielmehr die Tatsache, dass so ein Event überhaupt stattfand.

Von Anfang an bestand eine Atmosphäre von Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Zugehörigkeit zu Organisationen und Status spielten keine Rolle, das Ergebnis stand im Fokus.

Für übliche Rituale zum Kennenlernen war schlicht keine Zeit. Man lernte sich trotzdem gründlich beim Arbeiten kennen. Wie zufällig fand die sonst obligatorische Vorstellungsrunde erst am Nachmittag, in einem freien Zeitslot statt.

Karlheinz Pape achtete übrigens streng auf das Einhalten der vorgegebenen Zeitstruktur, aber das war das einzig Strenge. Bei Bedarf konnte man zwischen Arbeitsgruppen wechseln, unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen, Pausen machen, diskutieren. Es war wie ein Bach, der mäandert und zielgerichtet weiter fließt. Manchmal staute es sich, dann nach weiteren drei Schleifen erkannte man, dass man trotzdem richtig lag. Und, um im Bild zu bleiben, am Ende kamen die einzelnen Läufe zusammen zum breiteren Fluss.
Bei dieser Art von Event macht man nur das, was gerade ansteht. Man macht sich keine Gedanken um den gesamten Rahmen.

Wäre es vor 3 Jahren denkbar gewesen, Vertreter großer deutscher Konzerne zusammen zu bringen zur Ideenbörse für Lernkonzepte und –strategien oder zur Entwicklung gemeinsamer Visionen und deren Umsetzung? Ich denke nicht!

Weil sich der Ablauf harmonisch und natürlich gestaltete, kam es einem nicht in den Sinn, dass dieser Event deutschlandweit und möglicherweise weltweit ein Novum darstellte.

Karlheinz Pape, der am ersten Tag angeschlagen war und sich am Nachmittag sich zurückzog, fragte rhetorisch am nächsten Tag: Angenommen alle fünf Organisatoren wären ausgefallen, wärt ihr heimgefahren?
Für mich stimmt: Heimgefahren wäre ich nicht. Dieses Ergebnis wäre meines Erachtens aber auch nicht erzielt worden.

Mich regte untenstehende Aussage an, ein kleines Video zu erstellen: „Wenn man doch nur diese Stimmung hier festhalten und den Mittelständlern rüberbringen könnte.“

Sehen Sie selbst.