Teil 2 Lernort Fürth

Wie man als Nürnberger ausgerechnet Fürth als Lernort wählen kann, ist auf den ersten Blick unverständlich, wenn nicht sogar dreist. Wohnen in Fürth nicht nur Proleten und Asoziale?
Spricht man in Fürth überhaupt noch Deutsch?
Zwischen Nürnberg und Fürth besteht eine alte Hassliebe, die gepflegt sein will, die man vorurteilsvoll zelebrieren sollte.

Geschichtlich betrachtet war Fürth immer liberaler, offener und schuldenfreier als Nürnberg. Aber wir Nürnberger betrachten die Fürther gerne mal von oben herunter. Das zeigt sich allein in der Tatsache, dass wir behaupten, dass die erste Bahnlinie von Nürnberg nach Fürth ging, nicht von Fürth nach Nürnberg.
Bleibt die Frage, warum ich ausgerechnet nach Fürth gehe um zu arbeiten und zu lernen? Die Antwort: Mich hat es versehentlich dahingespült, in die Gustavstraße oder genauer, in die Kaffeebohne.
Das Leben in Fürth ist gemütlicher, menschlicher, italienischer. Die Zeit tickt dort langsamer. Auf dem Dach gegenüber hat ein Storch sein Domizil errichtet, der fliegt ab und zu ein. Sitzt man auf der Straße oder drinnen im Gastraum, rauschen einem die Gesprächsfetzen von den anderen Tischen ungefragt ins Ohr. Ob man das will oder nicht. Alles ist beschaulicher in Fürth und man hat den Eindruck die kennen sich. In einer solchen Atmosphäre treibt sich gerne die Muse herum.
Aus dem Grund ist Fürth auch ein Lernort der besonderen Art. Fürth halt!