Seit 4 Jahren bin ich als Lehrer im Ruhestand – das Lehren, das Lernen, die Schule und der Unterricht interessieren mich weiterhin – doch auf eine andere Weise. 

Die Perspektive aus meinem Abstand heraus hat sich geändert.  Und die Perspektive anderer Menschen auf mich hat sich ebenfalls geändert.

Um ein Beispiel zu geben:

Beim Drogeriemarkt kam mir vor Wochen ein dreijähriger Knirps entgegen und grüßte mich sehr freundlich mit  “Hallo Opa”.

Er meinte augenscheinlich mich, denn auf dem Gang war sonst niemand.  Er sagte es so nett, dass es mich sogar erfreute.

In der Straßenbahn  bieten mir immer häufiger jüngere Menschen ihren Sitzplatz an. Sehe ich schon so alt aus?

Man ist so alt wie man sich fühlt  ist ein gern gebrauchter Satz.  Er verschleiert eigentlich nur, dass man in die Jahre gekommen ist.

Aber ab wann ist man alt? Das liegt, wie vieles, im Auge des Betrachters.

Ich habe einige Interviews mit unterschiedlichen Personen aus meinem Lebensumfeld gemacht und gefragt, wann jemand alt ist? Da gibt es keine Grenzen.

Für 70-jährige ist der Mensch mit 80 Jahren alt ist. Für 16-jährige ist man alt mit 30 und für die Fünfjährigen?

Noch interessanter schien es mir, der Frage nachzugehen, welche Bedeutung hat das Alter für uns Menschen? Welche Zuschreibungen machen wir, was bringt man damit in Verbindung?

Hier laufen die Antworten der unterschiedlichen Generationen – bei den bisherigen Interviews – nicht so weit auseinander, wie ich dachte.

Es ging um die Fragen:

Ab wann gehört man zum alten Eisen?

Welche Lebensqualitäten haben alte Eisen?

In einem Umfeld, in dem Jugendlichkeit und Spannkraft zählt  fällt einem im ersten Moment nicht unbedingt etwas dazu ein.

Deutlich wurde mir die unterschwellig Wertigkeit vom Alter vor Augen geführt, als ich zu einem Ältestenstammtisch in ein Café einladen wollte: “Alte haben wir selbst genug”,  war die erste, spontane Reaktion auf meine Frage.

Gehöre ich schon zum Schrotthaufen? Keineswegs!

An dem entstandenen Stammtisch geht es quicklebendig zu. Lauter alte 68iger mit vitaler, aufmüpfiger Tatkraft.

Gedanken von Um- und Aufbruch haben sich erhalten und sind Teil  dieser Generation. Alter bedeutet keineswegs Stillstand und Rückzug. Man ist nicht unbedingt mehr so schnell und radikal. Erfahrungen führen auch zur  Gelassenheit.

Das muss kein Nachteil sein beim Finden von Lösungen aus Wirrnissen in der Gesellschaft.

Auch der Zusammenhalt zwischen den Generationen ist gestört und muss dringend verbessert werden. Hier könnten die alten Eisen eine wichtige Funktion wahrnehmen,  wenn sie sich ihrer Qualitäten bewusst wären.  Lebenserfahrung und Gelassenheit sind wertvolle und brauchbare Fähigkeiten im Zusammenleben.

Also ihr Alten. Es ist  EINIGES zu tun.  Packen wir’s an!

Was meinen Jugendliche zum Thema „Alter“