Der Weg des Council ist eine Art zu Rate zu sitzen, die sich stark von herkömmlichen Vorstellungen über Ratsversammlungen unterscheidet.

Für indianische Kulturen ist es ein jahrhundertelang erprobter Weg der Entscheidungsfindung innerhalb einer Gemeinschaft.Ein junger Amerikaner wurde einmal von einem Stammesältesten eingeladen, an solch einem Council teilzunehmen. Es sollte eine wegweisende Entscheidung getroffen werden, deren spürbare Konsequenzen alle betrafen. Es gab dazu sehr viele unterschiedliche Meinungen.

Man traf sich, saß im Kreis, unterhielt sich, erzählte sich Geschichten und nach einer gewissen Zeit löste sich die Versammlung auf. Der Amerikaner war verwirrt, man hatte weder richtig über das Thema gesprochen noch irgendeinen Entschluss gefasst. „Trefft ihr euch wieder?“, fragte er seinen Gastgeber.
„Wozu? Wir sind zu einer Entscheidung gekommen“, meinte der Befragte und wir haben auch lange genug über das Thema beraten“.

Unsere gewohnte Art der gemeinschaftlichen Entscheidungsfindung bzw. der Konfliktlösung liegt im Diskurs und im Austausch und Abstimmung von Meinungen und Ansichten. Diese werden einander gegenüber gestellt und abgestimmt. Doch: Meinungen sind wetterwendisch. So taucht nach einem Meeting häufig der Wunsch nach einem weiteren Meeting auf, da noch Klärungsbedarf besteht. Ein Meetingreigen entsteht.
Im Mittelpunkt des Council stehen erlebte Erfahrungen und Geschichten. Unterschiedliche Erlebensqualitäten und Emotionen werden durch die Geschichten sichtbar und fließen in die Entscheidungsfindung ein. Man versteht diese lebendigen Schilderungen und man versteht, was fehlt und was gebraucht wird. Die eigentliche Entscheidungsfindung findet implizit statt und ist daher nicht immer sichtbar aber wirksam.
The way Council  ist ein großar­tiger Weg menschlich authentischer Begegnungen.

Wir haben in hunderten von Council-Zusammenkünften erlebt, wie überle­gen diese Form des Zusammenseins über herkömmliche Lösungsversuche oder Konfliktbereinigungsansätze ist.

Um einige Beispiele aus dem Bereich Schule  zu geben.
Eine Schülerin bemerkte bereits in der ersten Gesprächsrunde: „Das ist verrückt. Sowas habe ich noch nie erlebt“. Ein Schüler wollte von seinen Mitschülern wissen: „Sagt mal, ganz ehrlich, was denkt ihr eigentlich über mich“? Mich haben die Schüler gebeten, einmal abends mit Ihnen in eine Kneipe zu gehen. Man sieht, im Kreis des Council können sich völlig uner­wartete und nicht planbare Aktivitäten ergeben.

Wer mehr über den Einsatz von Council in Schulen (englisch)  wissen will:  http://councilinschools.org/